BLOG KÖPFE DER FOTOMARATHONS

Thomas Kapuss stellt den Fotomarathon Dresden vor

Interview-Reihe: Köpfe der Fotomarathons

Diese sechs Fragen werden seit 2016 regelmäßig von interessanten Köpfen der Fotomarathon Community beantwortet und hier beim #FOTOWALKDEUTSCHLAND in einer Interview-Reihe veröffentlicht. Hier findest du alle Interviews. Dadurch entstehen tolle Interviews, die zum einen Aufmerksamkeit auf jene lenken, die “was mit Fotowalks machen” und Fotowalks in Deutschland fördern.

Stelle dich doch kurz den Fotowalkern vom #FOTOWALKDEUTSCHLAND vor.

Ich bin Thomas Kapuss (42) gebürtiger Dresdner und stelle Euch, stellvertretend für das Team, gern unseren Fotomarathon Dresden vor. Beruflich bin ich im Hotel tätig und beschäftige mich mal mehr/ mal weniger mit der Fotografie und dem drum herum, meist mehr mit dem drum herum. Bei der Fotografie setze ich jedoch kaum thematische Schwerpunkte – kann und will mich einfach nicht auf ein Thema festlegen, die Welt ist so vielschichtig und interessant. Ja gut die Architektur vielleicht, nenne das aber eher eine Leidenschaft. Außerdem kümmere ich mich um das Design und die Programmierung des Internetauftritts für den Fotomarathon Dresden.

Zur Organisation eines Fotowettbewerbes in Dresden kamen wir, damals zu dritt, im Jahr 2010 völlig unbedarft, eine Schnapsidee quasi. Nahmen wir im Vorjahr noch begeistert als Teilnehmer am Fotosprint Dresden teil, so lösten sich Organisatoren und Verein vor unserer nächstmöglichen Teilnahme einfach auf.

Das konnten wir so nicht im Raum stehen lassen und schufen uns unseren eigenen Fotowettbewerb, die Fotosuche Dresden. Nun hieß es Gleichgesinnte zu finden, aber auch zu animieren, uns und unserer Idee zu folgen – vor allem aber dabei zu sein, mitzumachen! Im 3. Jahr wechselten wir von der Fotosuche zum Fotomarathon Dresden, in Folge wurde ein Verein gegründet und Teilnehmer wurden Mitorganisatoren. So ist es bis heute – wir verfolgen mit unserem Engagement keinen kommerziellen Gedanken, es geht um den Spaß an/ bei der Fotografie, und so setzen wir unsere überschüssigen Mittel zum Veranstaltungsende/ zur Siegerehrung für einen guten Zweck ein.

Inzwischen sind wir ein gemeinnütziger Verein.

Wie bist du zur Fotografie bekommen und welches Equipment besitzt du?

Eigentlich schon als Kind, mein Opa und mein Vater verschwanden damals immer wieder im Keller und brachten dann tolle Abzüge Ihrer Schnappschüsse mit. Seinerzeit haben die beiden aus „Mangel“ viel selbst entwickelt und ausbelichtet, das fand ich seinerzeit und inzwischen auch heute sehr faszinierend, aber richtig gefunkt hat es damals jedoch bei mir irgendwie nicht.

Irgendwann kam dann die Zeit für weite Reisen und auch meine erste eigene Kamera, eine Canon EOS 300. Die ich auch heute noch gern benutze, irgendwie geht halt nichts am Film vorbei!? Meine erste Digitalkamera (eine Sony DSC-S85 mit einem 128MB Memorystick) war so arg langsam, dass Bewegungsunschärfe quasi zum Standard wurde. Mit der Geburt des ersten Kindes wechselte ich das System, eine DSLR musste her!

Canon kannte ja ich bereits und da viel die Entscheidung nicht besonders schwer – es wurde eine EOS 350D. Der Marke selbst bin ich treu geblieben, wohl auch auf Grund des inzwischen umfangreichen  Zubehörs – wie es halt so ist. Ihr kennt das.

Irgendwann schenkte mir dann mein Opa seine Kamera, eine Pentacon pentina FM, seinen Schatz! So kam und komme ich immer wieder an alte analoge Schätzchen, wie auch an eine Box Tengor Baujahr 1938, die ich sehr gern benutze.

Wann und wo hast du deinen ersten Fotomarathon besucht?

Meine erste Fotomarathonteilnahme? War 2013, beim wohl bekanntesten deutschen Fotomarathon in Berlin! Herausforderung und Spaß zugleich. Aber 12 Stunden für 12 Fotos quer durch eine unbekannte Stadt, ist auch kein Zuckerschlecken.

Wo veranstaltest du selber Fotomarathons?

Mit einem tollen Team zusammen in Dresden! Doch Unterstützung geben alle Fotomarathon (FM) Teams allen FM Teams, natürlich deutschlandweit – aber auch weltweit. Wir stehen mit allen FMs in Verbindung, dank Sozialer Medien, und können uns recht schnell mit den anderen austauschen.

Welche Ziele verfolgst du mit deinem Fotomarathon?

Die Idee dahinter ist einfach erklärt: Menschen, die gerne fotografieren, organisieren eine Veranstaltung für Menschen, die gerne fotografieren. 

Die deutschen FMs haben sich zusammengesetzt und über gemeinsame Ziele und Kooperationen ausgetauscht. Als Grundlage der Kooperation und den Austausch für “ Fotomarathon in Deutschland “ sind folgende gemeinsam beschlossene Grundsätze gefasst worden:

  • Ein Fotomarathon ist eine Verbindung von Herausforderung, Spaß und Social Event
  • Die Teilnehmer stehen im Mittelpunkt
  • Ein Fotomarathon ist offen für alle Fotobegeisterten
  • Die Individualität der jeweiligen Stadt behält ihren Raum und Charme für jeden Fotomarathon
  • Ein Fotomarathon ist unabhängig
  • Ein Fotomarathon verfolgt keine kommerziellen Ziele

Wie oft veranstaltest du einen Fotomarathon und wie läuft dieser genau ab? Gibt es bestimmte Themen oder Regeln?

Unser Fotomarathon Dresden findet einmal im Jahr statt, immer am letzten Samstag im April. Was ist das? Jeder von uns kennt den Begriff Marathon aus dem sportlichen Bereich. Auch wenn ein Fotomarathon nicht viel mit dem sportlichen Event gemeinsam hat, so ähneln sie sich durchaus, was Durchhaltevermögen, Motivation, Leistung und Zielsetzung anbelangt. Ein Fotomarathon ist ein Fotowettbewerb unter extremen Bedingungen und wird weltweit organisiert.

In Zeiten der Digitalfotografie gestaltet sich zwar die Aufnahme an sich etwas einfacher als früher, doch noch immer gilt: eine bestimmte Anzahl Fotos in einer bestimmten Zeit in einer vorgegebenen Reihenfolge aufzunehmen. Eigentlich eine einfache Sache!

Und wie läuft der Fotomarathon Dresden ab?

Im Vorfeld wird ein Motto für die Veranstaltung festgelegt, zu diesem Motto werden 10 Themen gestaltet. Bis zum Start sind sowohl das Motto als auch die dazugehörigen Themen streng geheim und werden erst zum Startzeitpunkt des Fotomarathon Dresden bekanntgegeben. Jedes Thema kann dann nach eigenem Ermessen fotografisch umgesetzt werden.

Das Schwierige dabei: je Thema darf nur EIN Foto gemacht werden, einzelne Fotos dürfen NICHT mehr gelöscht werden und die Reihenfolge der Themen MUSS eingehalten werden.

Zunächst erhalten alle Teilnehmer zum Start die ersten 5 Themen, dieser erste Block soll in der vorgegebenen Zeit umgesetzt werden und die Teilnehmer müssen sich an einer zum Start genannten Zwischenstation einfinden. Dort gibt es dann den zweiten Themenblock mit nochmal 5 Themen, die bis zum Ziel wiederum in der vorgegebenen Zeit umgesetzt werden müssen.

Für die Umsetzung der einzelnen Themen gibt es keine Vorgaben. Für die Bewertung sind folgende Punkte wichtig: Ist das Thema erkennbar?

Wie kreativ erfolgte dessen Umsetzung? Und wie wurden die Fotos technisch umgesetzt (unterbelichtet, überbelichtet, unscharf, etc.)?

Auch spielt es keine Rolle, wohin es die Teilnehmer in der verfügbaren Zeit verschlägt, wen die Teilnehmer in den Fotomarathon mit einbeziehen, welche Hilfsmittel sie nutzen, gar Requisiten verwenden. Wichtig ist, immer die Zeit im Auge zu behalten. Zwingend erforderlich sind die Ankunft an der Zwischenstation und die Ankunft am Zielpunkt, innerhalb der vorgeschriebenen Zeit.

Zum Schluss müssen sich alle Teilnehmer am Zielpunkt einfinden, dort werden die Fotos von den Speichermedien kopiert. Die analogen Teilnehmer geben den Film ab. Dann beginnt die Bewertungsphase, welche durch eine unabhängige Jury vorgenommen wird.

Was würdest du einem Anfänger als Equipment für eine Teilnahme empfehlen?

Nimm (D)eine vertraute Kamera mit, nicht zu viel Equipment (das Schleppen macht definitiv keinen Spaß). Kamera mit Akku und Speicherkarte, Ersatz-Akku und -speicherkarte, 1-2 Objektive. Es ist/ wird wohl letztlich spontane Straßenfotografie.

Was würdest du einem Teilnehmer für eine erfolgreiche Teilnahme an einem Fotomarathon mit auf dem Weg geben?

Der Themenzettel verwirrt Dich? Mach Dir einen Schlachtplan, sammle Ideen, spann Dir gedanklich einen roten Faden hindurch (orientiere Dich ggf. am Motto). Eine einfache selbsterklärende Bildidee/ -sprache, gut in Szene gesetzt, zum jeweiligen Thema – oder einfach gesagt/ aber schwer getan: mach ein gutes Foto zu jedem Thema!

Ach was: hab Spaß am Fotografieren, entdecke die evtl. fremde Stadt, gönn Dir Pausen, frag Leute um Hilfe, lern neue gleichgesinnte Leute kennen, dabei sein ist alles! Und wenn dabei auch noch tolle Fotos herauskommen – was will man denn mehr?

Folgende Personen vom Fotomarathon Dresden: v.l.n.r.: Frank Seltmann, Maria Meißner, Thomas Kapuss, Sandra Richter, Ronald Seitz, Katrin Engelmann

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